Wollfilz oder Nadelfilz: Welcher Filzgleiter ist der richtige für mich?

Filz ist Filz. Oder etwa doch nicht? Obwohl sie sich zum Verwechseln ähneln, haben Wollfilz und Nadelfilz sehr unterschiedliche Materialeigenschaften. Wer diese kennt, kann sie perfekt für seine Bedürfnisse einsetzen. Wir verraten die wichtigsten Merkmale, und wann Sie besser zu Woll- oder zu Nadelfilz greifen.

Optisch ähnlich, aber nicht identisch

Was auf den ersten Blick gleich aussieht, offenbart bei näherem Hinsehen seine Unterschiede: Lange Fasern und ungeordnete Strukturen auf der einen Seite; ein dichtes, scheinbar geordnetes Fasergefüge auf der anderen. Hier der natürliche Wollfilz, dort der synthetische Nadelfilz. Während man Nadelfilz die industrielle Herstellung ansieht, wirkt es bei Wollfilz oft so, als sei er noch in Handarbeit entstanden.

Zwar ist Letzteres längst nicht mehr der Fall, und auch Wollfilz wird heute maschinell hergestellt. Dennoch sind sowohl die Ausgangsmaterialien als auch die Produktionsschritte grundverschieden. Somit grenzen sich Wollfilz und Nadelfilz nicht nur optisch voneinander ab, sondern auch in ihren Materialeigenschaften.

Unterschiede in Material und Produktion

Wollfilz oder Nadelfilz

Optisch sind Wollfilz und Nadelfilz auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden – da muss man schon genauer hinschauen.

Bei Wollfilz handelt es sich um ein Naturprodukt, das zum überwiegenden Anteil aus Schurwolle gewonnen wird. Durch andauernden Druck und Bewegung, das sogenannte Walken, verhaken sich die rauen Faseroberflächen miteinander und verdichten sich mehr und mehr zum fertigen Endprodukt.

Nadelfilz besteht dagegen aus Kunstfasern, die ein anderes Fasergefüge haben und sich allein durch Walken nicht verfestigen würden. Daher kommen bei der Produktion Nadeln mit feinen Widerhaken zum Einsatz, die durch ständiges Ein- und Ausstechen die Fasern aufrauen und miteinander verbinden.

Die Haptik: Extra weich gegen extra robust

Die unterschiedlichen Ausgangsmaterialien kann man im direkten Vergleich auch leicht erfühlen. Wollfilz fühlt sich deutlich weicher und faseriger an, während Nadelfilz robuster und ebenmäßiger wirkt. Beides sind Eigenschaften, die sich eins zu eins auch für die Anwendung als Filzgleiter übersetzen lassen.

Denn in der praktischen Anwendung ist es tatsächlich so, dass Wollfilz sich schonender zu Oberflächen verhält, durch das offenere Fasergefüge jedoch auch einem höheren Verschleiß unterliegt. Für Stuhlgleiter bedeutet das also, dass sich Gleiter aus Wollfilz schneller abnutzen als solche aus Nadelfilz und damit häufiger ausgetauscht werden müssen.

Anwendungsfälle von Wollfilz und Nadelfilz

Dass wir dennoch in der Regel zu Möbelgleitern aus Wollfilz raten und diese auch den größten Teil unseres Filzgleiter-Sortiments ausmachen, hat einen ganz einfachen Grund: Filzgleiter lassen sich leicht austauschen, Bodenbeläge nicht. Besonders kratzempfindliche Parkettböden sollten daher stets den bestmöglichen Schutz durch hochwertigen Wollfilz erfahren.

Filzgleiter aus Nadelfilz eignen sich dagegen besser für Fliesen oder raue Linoleumböden, da sie ein besonders leises Gleiten der Stühle ermöglichen, sich von Fugen und Oberflächenstruktur jedoch weniger beeindrucken lassen. Eines haben Wollfilz und Nadelfilz übrigens gemeinsam: Sie sollten beide keiner Feuchtigkeit ausgesetzt werden, um nicht zu verhärten. Möbelgleiter für Feuchträume sind also wieder ein anderes Thema.

Sollten Sie weitere Fragen zu Materialen und Eigenschaften unserer Möbelgleiter haben, freut unser Service-Team sich auf Ihre Anfrage.

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