Der S32/S64 ist ein ikonischer Designerstuhl des Bauhaus-Designers Marcel Breuer aus den späten 1920er Jahren. Er gehört zur Gruppe der Freischwinger und zeichnet sich durch sein gebogenes Stahlrohrgestell sowie Sitz und Rücken aus sogenanntem Wiener Geflecht aus.
Was macht den S32/S64 besonders?
- Entwurf von Marcel Breuer am Weimarer Bauhaus
- Innovativer Freischwinger ohne Hinterbeine
- Kombination aus Stahlrohr und Wiener Geflecht
- Zeitloser Designerstuhl mit industrieller Fertigung
- Bis heute international produziert und genutzt
S32/S64: Einer der wichtigsten Designklassiker
Der Stuhl gilt als Meilenstein des modernen Möbeldesigns und wird bis heute produziert. Durch seine klare Form, die industrielle Konstruktion und zeitlose Ästhetik zählt der S32/S64 zu den wichtigsten Designklassikern des 20. Jahrhunderts. Der Unterschied zwischen dem S32 und S64 ist simpel: Er liegt in den Armlehnen.

- S32: Freischwinger ohne Armlehnen
- S64: Freischwinger mit Armlehnen
Beide Modelle wurden von Marcel Breuer entworfen und gehören heute zu den bekanntesten Bauhaus-Entwürfen. Konstruktion, Materialien und Gestaltung des Freischwingers sind nahezu identisch: Breuer kombinierte ein Stahlrohrgestell mit Sitzfläche und Rückenlehne mit dem sogenannten Wiener Geflecht (und später auch mit anderen Bespannungen). Der S64 wirkt durch die Armlehnen etwas repräsentativer und wird häufig an Esstischen oder in Konferenzbereichen eingesetzt. Der S32 ohne Armelehnen ist leichter und platzsparender und eignet sich besonders gut für etwas kompaktere Räume.
Eine Bauhaus-Ikone moderner denn je
S32/S64, Designerstuhl, Breuer, Bauhaus: Liebhaber zeitlosen Möbeldesigns haben bei diesen Schlagwörtern sofort ein Bild vor Augen. Denn der S32/S64 verkörpert eine gestalterische Haltung, die bis heute modern ist. Er zeigt, dass gutes Design nicht schrill sein muss, um seine volle Wirkung zu entfalten. Seine Leichtigkeit im Raum unterscheidet ihn deutlich von traditionellen, massiven Holzstühlen seiner Zeit. Genau diese radikale Reduktion machte ihn zu einem Meilenstein. Der Designerstuhl S32/S64 wurde zum Sinnbild einer neuen Wohnkultur.
Seine reduzierte Gestaltung wirkt bis heute frisch, elegant und zeitlos. Kaum ein anderes Sitzmöbel ist so eng mit dem Namen Marcel Breuer verbunden. Der S32/S64 ist nicht nur ein Stuhl, er ist ein Statement.
Breuers S32/S64 bedeutend in der heutigen Designwelt
Der S32/S64 steht exemplarisch für die Verbindung von Ästhetik und industrieller Fertigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Mobiliar gefragt, das zur modernen Architektur der Zeit passte. Massive Verzierungen und prunkvolle Formen galten als überholt. Stattdessen sollte Gestaltung funktional und klar sein. Der S32/S64 erfüllte genau diese Anforderungen und wurde so zu einem Symbol moderner Lebensweise.
Auch in der heutigen Designwelt bleibt der Stuhl relevant. Er fügt sich nahtlos in minimalistische Interieurs ebenso wie in klassische Umgebungen ein. Innenarchitekten -und ausstatter schätzen seine Leichtigkeit. Gleichzeitig überzeugt er durch Stabilität und Komfort. Der S32/S64 beweist, dass ein guter Designerstuhl zeitlos sein kann.
Produziert wird der S32/S64 seit 1930 von der Firma Thonet. Thonet ist einer der traditionsreichsten Möbelhersteller weltweit und wurde 1819 von Michael Thonet gegründet. Das Unternehmen ist besonders bekannt für seine innovativen Bugholzmöbel, bei denen Holz durch Dampf gebogen und dadurch leicht, stabil und industriell herstellbar wurde. Berühmt wurde Thonet vor allem durch den Stuhl Nr. 14 aus dem Jahr 1859, der als klassischer Kaffeehausstuhl gilt.
In den 1920er-Jahren arbeitete die Firma eng mit Bauhaus-Designern wie Marcel Breuer, Mart Stam und Mies van der Rohe zusammen und prägte die Entwicklung moderner Stahlrohrmöbel. Bis heute produziert Thonet Designklassiker sowie hochwertige Möbel für Wohn- und Objektbereiche und steht dabei für zeitloses Design, Qualität und handwerkliche Tradition.
Entstehungsgeschichte des S32/S64: Marcel Breuer und das Bauhaus
Die Geschichte des S32/S64 beginnt am Bauhaus in den späten 1920er Jahren. Marcel Breuer, geboren 1902 in Ungarn, war einer der prägenden Gestalter dieser Institution. Bereits als junger Designer experimentierte er mit neuen Materialien. Besonders das damals innovative Stahlrohr faszinierte ihn. Es eröffnete völlig neue konstruktive Möglichkeiten.
Breuer ließ sich von der industriellen Produktion inspirieren. Er erkannte, dass Möbel leichter, funktionaler und seriell herstellbar sein konnten. Stahlrohr war robust, elastisch und zugleich filigran. Damit widersprach es den traditionellen Vorstellungen von Stabilität. Aus dieser Materialforschung entwickelte sich die Idee des Freischwingers.
Der S32/S64 entstand aus diesen Experimenten heraus. Breuer verfolgte das Ziel, ein Sitzmöbel zu entwerfen, das optisch leicht wirkt und dennoch absolut belastbar ist. Die Konstruktion ohne Hinterbeine war damals ein radikaler Schritt. Sie verlieh dem Stuhl eine neue Dynamik. Der Designerstuhl S32/S64 wurde so zum Ausdruck technischer und gestalterischer Innovation.
Nach seiner Emigration in die USA arbeitete Marcel Breuer auch als Architekt. Seine moderne Haltung setzte er dabei konsequent fort. Sein Möbeldesign blieb jedoch ein zentraler Teil seines Vermächtnisses. Der S32/S64 Designerstuhl steht exemplarisch für seine Innovationskraft. Breuer starb 1981, doch sein Einfluss ist ungebrochen.
Revolution im Sitzen: Die Entwicklung der Freischwinger
Der Freischwinger gilt als eine der wichtigsten Neuerungen im Möbeldesign des 20. Jahrhunderts. Beim S32/S64 wird das Gewicht der sitzenden Person durch das gebogene Stahlrohr abgefedert. Dadurch entsteht ein leicht federndes Sitzgefühl. Diese Eigenschaft war Anfang des 20. Jahrhunderts für viele Menschen neu und überraschend.
Komfort und Konstruktion verschmelzen beim S32/S64 auf elegante Weise. Der S32/S64 wirkt, als würde er schweben. Das Fehlen der hinteren Stuhlbeine macht ihn offen und transparent. In modern eingerichteten Räumen trägt er maßgeblich zu einem Raumgefühl der Leichtigkeit bei.
Die formale Reduktion des Stuhls ist keineswegs Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Gestaltung. Jeder Radius, jede Linie in Breuers Design folgt einer funktionalen Logik.
S32/S64: Designerstuhl aus Stahlrohr und Wiener Geflecht
Wie erwähnt ist das zentrale Merkmal des S32/S64 die Kombination aus Stahlrohr und Wiener Geflecht. Das verchromte, hochglanzpolierte Stahlrohr steht sinnbildlich für industrielle Präzision und verleiht dem Stuhl seine elegante Kühle. Das Geflecht aus Naturmaterial bringt Wärme ins Design. Diese Materialkombination erzeugt Spannung und Harmonie zugleich.
Das Wiener Geflecht blickt auf eine lange handwerkliche Tradition zurück. Marcel Breuer integrierte es ganz bewusst in seinen Entwurf, um modernes Industriedesign mit klassischem Handwerk zu verschmelzen und so eine möglichst breite Schicht von Menschen anzusprechen. Wenn man so will, versöhnte der S32/S64 Tradition und Moderne.
Die Materialwahl macht den Stuhl darüber hinaus ganz praktisch langlebig. Die hochwertige Verarbeitung garantiert Stabilität auch nach Jahrzehnten. Das macht Breuers Meisterwerk zu einer nachhaltigen Investition.
Vom Bauhaus-Entwurf zum internationalen Erfolg
Die industrielle Fertigung des S32/S64 spielte eine zentrale Rolle in seiner Verbreitung. Hersteller wie Thonet übernahmen die Produktion und machten den Stuhl international verfügbar. Dadurch erlangte Breuers Design Bekanntheit weit über die Sphären des Bauhauses hinaus. Er wurde Teil moderner Wohn- und Arbeitswelten. Architekten, Designer und Sammler schätzen ihn gleichermaßen. Der Name Marcel Breuer und sein S32/S64 wurden schließlich weltweit bekannt.
Heute ist der S32/S64 auch in Museen und Designsammlungen vertreten. Er gilt als Referenzobjekt für modernes Möbeldesign. Gleichzeitig bleibt er das funktionale Alltagsmobiliar, das er immer sein sollte. Er ist Designikone und Gebrauchsgegenstand zugleich.
Einrichtungstipps: Den S32/S64 stilvoll in den Raum integrieren
Der S32/S64 lässt sich vielfältig mit anderem Mobiliar kombinieren. Besonders harmonisch wirkt er an schlichten Holztischen oder Glasflächen. Auch in modernen Essbereichen macht er eine gute Figur. Im Büro setzt der Designerstuhl ein echtes Ausrufezeichen. Seine designerische Leichtigkeit verhindert die optische Überladung des Raumes auf stillvolle Weise.
Helle Böden, textile Elemente und dezente Farben unterstützen seine Wirkung. Wer Kontraste liebt, kann ihn auch in dunklen oder industriellen Umgebungen einsetzen. Der Stuhl bleibt stets präsent, ohne dabei dominant zu wirken.
